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Theodor-Heuss-Gymnasium Mühlacker

Geschichte des Theodor-Heuss-Gymnasiums


    1889: Am 1. Oktober 1889 begann eine "Realschule Dürrmenz-Mühlacker" mit 21 Schülern ihre Unterrichtsarbeit in der 1885 erbauten Ulrich-von-Dürrmenz-Schule mit dem Reallehrer Gustav Schwarz.
    1901-1908: Von 1901 bis 1908 leitete Oberreallehrer Dr. Alfred Reiff die nun dreiklassige Realschule, die erst 1907 ihre Selbständigkeit erlangte.
    1908: Die Schule hatte 83 Schüler in 5 Klassen. Neuer Schulvorstand war Oberreallehrer Dr. Hermann Eisele, der 1911 durch den Schulleiter Ludwig Kloth abgelöst wurde. Oberreallehrer Kloths Amtszeit dauerte bis 1930. Als prägende Lehrkräfte jener Zeit seien hier auch Reallehrer Karl Knöller, Verfasser des Heimatbuchs "Unser Dürrmenz - Mühlacker", und Gustav Lindenberger genannt. Beide wirkten über 30 Jahre an der Schule.
    1913: Am 18. Oktober 1913 bezog man mit nunmehr 110 Schülern ein neues Haus im Ortsteil Mühlacker - die heutige Schillerschule.
    Zu Beginn des ersten Weltkriegs wurde Oberreallehrer Kloth zum Heer eingezogen, die kommissarische Leitung Oberreallehrer Knöller übertragen.
    1928: Die Schule erlangte ihre Selbständigkeit. L. Kloth wurde zum Studiendirektor ernannt.
    1931: Theo Linder war in der schweren Zeit der Arbeitslosigkeit und der Weltwirtschaftskrise neuer Schulleiter.
    1937: Man vereinheitlichte die verschiedenen "Höheren Schulen" Deutschlands zu "Oberschulen". Es gab jetzt also in Mühlacker eine "Oberschule für Jungen" mit 180 Schülern in 6 Klassen.
    Ein Antrag für einen Ausbau zur 9klassigen Vollanstalt bei der Unterrichtsbehörde in Stuttgart wurde von der damaligen "Ministerialabteilung für die höheren Schulen" abgelehnt mit der Begründung, dass es dafür an geeigneten Räumlichkeiten fehle.
    1938: Die Stadtverwaltung erklärte sich dazu bereit, die räumlichen Voraussetzungen für eine Vollanstalt zu schaffen, ein Vorhaben, das aber wegen des Zweiten Weltkriegs und den schweren Jahren des Wiederaufbaus noch für viele Jahre verschoben werden musste.
    1939: 50-Jahr-Feier entfällt wegen des 2. Weltkrieges. Während der Kriegsjahre wurden mehrere Lehrer und viele Schüler eingezogen. Groß war die Anzahl der Gefallenen.
    1940-1944: StD Linder war bei der Wehrmacht. Sein Stellvertreter war StR Wilhelm Speidel; auch die alten Herren Knöller und Lindenberger halfen in der Kriegszeit noch einmal aus.
    1946: Am 2. Januar 1946 wurde die Oberschule Mühlacker mit 439 Schülern in 8 Klassen unter der kommissarischen Leitung von StR Dr. Lydia Schmid wiedereröffnet. Die Schillerschule war zunächst noch mit Polen belegt, daher musste man sich noch einige Zeit mit Räumen der Gewerbeschule in Dürrmenz, im Notariat, im Evangelischen Gemeindehaus und der Emrich"schen Fabrik behelfen. Als StRin Dr. Schmid am 19. April 1946 überraschend verstarb, übernahm StR Dr. Ulrich Scholtz die kommissarische Leitung.
    1946: Es erfolgte der Amtsantritt des neuen Schulleiters Karl Maneval.
    Schon 1946 war die probeweise Einführung einer Oberstufe genehmigt worden; diese Probezeit wurde 1951 um drei Jahre verlängert. Da die Stadtverwaltung und der Gemeinderat versicherten, die erforderlichen Schul- und Fachräume zu schaffen, erfolgte am 11. März 1954 die staatliche Anerkennung als "Gymnasium Mühlacker". 1956 und 1957 wurde der Erweiterungsbau der heutigen Schillerschule erstellt.
    Zwischen 1946 und 1964 war die Schülerzahl ziemlich konstant (1946: 439 Schüler, 1964: 463 Schüler), ab 1965/66 begann aber mit der damals einsetzenden Bildungswerbung ein deutliches Wachstum, das die Existenz der Schule sicherte.
    1971: OSTD Maneval trat in den Ruhestand. Die Schule hatte nun 659 Schüler in 23 Klassen. Die Genehmigung für einen Neubau des Gymnasiums im Käppele lag vor.
    1971 bis 1977 leitete OSTD Dr. R. Herrmann die Schule. In seine Amtszeit fielen die Planung, Erstellung und Einrichtung des ersten großen Bauabschnitts unserer Schule, die 1972 den Namen "Theodor-Heuss-Gymnasium" erhielt, der Umzug in das neue Gebäude sowie der Kampf um den 1977/78 vollendeten zweiten Bauabschnitt unseres Hauses.
    In diesem Zeitraum wuchs unsere Schule von 659 auf 1148 Schüler in nur sechs Jahren, während zugleich stärkster Lehrermangel in unserem Land herrschte. In diese schwierige Situation fiel auch die Überführung unseres Gymnasiums aus dem Amtsbereich des Oberschulamts Stuttgart in den des Oberschulamts Karlsruhe.
    1973: Der erste Computer wird angeschafft. Damit ist die Schule eine der modernsten im Enzkreis.
    1977: OStD Ferdinand Staiger wurde Leiter des nun 33 klassigen, räumlich voll ausgebauten Gymnasiums. Anders als seine Vorgänger musste er sich nicht für die artmäßige Erweiterung der Schule sowie für die Erlangung erster öffentlicher Anerkennung einsetzen. Ihm kam aber die nicht minderschwere Aufgabe zu, den in der Vergangenheit erlangten guten Ruf der Schule zu bewahren. Dass ihm dies hervorragend gelang, zeigt unter anderem die in seiner Amtszeit weiter gewachsene Schülerzahl, die 1999/2000 einen zweiten Erweiterungsbau erforderte. In diesen dritten Bauabschnitt zogen die Fachbereiche Physik und Chemie um.
    2001 trat OSTD Staiger in den Ruhestand und OSTD Thomas Mühlbayer übernahm die Leitung der Schule, die inzwischen (Stand 2003/04) 1350 Schüler/innen hat, die in 47 Klassen unterrichtet werden. 2002 wurde die Schule komplett vernetzt, 2003 wurden die Biologieräume saniert und erneuert. Der Bau der schon von Herrn Staiger initiierten und vorangetriebenen Cafeteria als Erweiterung der vorhandenen Aufenthaltsräume wurde 2004 begonnen und steht seit dem Schuljahr 2004/05 mit Beginn des achtjährigen Gymnasium zur Verfügung.